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giovedì, 14. ottobre 2004
Encoding Life! – Verschlüsselte und scheinbar vereinbarte Vorschriften unserer Zeit. Wie wir uns besser erkennen und durch unsere Unterschiede den Irrtümern mehr Freiheit einräumen können. Über die Zunahme von gleitsichtiger Entspiegelung im Zwischenmenschlichen.
dieter
13:45h
![]() Missverständnisse dienen dem Verständnis, genauso wie die Verleugnung der Verständigung selbst. Es bleibt das modernste Spielzeug unserer Zeit und ist letztendlich doch die versierteste Art an jenen Fäden mit zu ziehen, die das Gegenüber schon um uns gewoben hat. Nebst zeitoperativer Qualität, die heutiges Management als effizientes Summen bezeichnet, bleiben uns Fragmente an menschlichem Fehlverhalten zur Diskussion. Begriffe wie »absolut« und »relativ« zieren unsere Geschäfte genauso wie jene feinstoffliche menschliche Umgebung, die wir gerne dann aufsuchen, wenn wir uns ganz innen mit dem Gegenüber auskennen. Das Handeln mit den offensichtlichen Werten und den stillen Gewässern bekommt seit den Siebziger Jahren eine neue Qualität, denn wir wissen alle mehr über die menschliche Psyche als die über uns. Wir beherrschen von Mensch zu Mensch die Themen, die den Alltag bestimmen, und entwickeln daraus die Geschäfte, um zu überleben. Die Matrixen sind so alt, wie der Mensch selbst und überlebten sogar die porentiefe Reinigung durch synthetische Gewässer. Es wird wieder dreckiger in der Kommunikationstechnik, denn nach wie vor reichen uns die »kranken« Modelle, den »gesunden« Konzepten gegenüber gestellt, nicht aus. Allerdings nur unter der Prämisse der Eindeutigkeit! Erst wenn wir einen Satz eindeutig zu unserem verinnerlichten Verständnis zuordnen können, glauben wir dem Nutzen des Satzes konkrete Brauchbarkeit. Wir beginnen das Gegenüber zu mögen, denn Wörter und Silben gehören nach abgeglichener Tonlage eben uns. Es ist das Geschäft mit dem Geschäft, das uns Glauben und Vertrauen schenkt die notwendigen menschlichen Vorschüsse so zu äußern, dass sie dem Gegenüber entsprechen. Meistens haben beide einfach nur Hunger! Dass »Irren« menschlich ist, wissen wir schon lange! Dass im Gegensatz zu einer Lüge, bei der die eine persönliche Wahrheit bewusst verfälscht angeboten wird, ein Irrtum unabsichtlich aus falschen Informationen oder Schlüssen entsteht, scheinen wir uns regelrecht gegenseitig zu verbieten. Die Sportlichkeit im Ergründen des Wahrheitsmodells scheint das Schulen der Unabsichtlichkeit in Absichtlichkeit geradezu als neue menschliche Vorgabe zu wollen. Der zukünftig gegorene Mensch, wird also kaum mehr irren, als vielmehr bewusst verfälschen müssen, um überhaupt noch als Mensch zu gelten. Wir leiden also alle sehr unter unserer Emotionalen Intelligenz, sprich EQ, sprich Engineering Characterization. Aber müssen wir nicht alle sehr viel mehr leiden, um uns faktisch und wirklich für uns selbst wahrnehmen und spüren zu können? Noch nie haben somatische Krankheitsbilder so viel Zulauf erfahren wie in den letzten zwanzig Jahren. Und trotzdem entspiegeln wir nachhaltig auf gar ästhetische Weise alles und jeden, um weniger darüber nachdenken bzw. reflektieren zu müssen. Dies obgleich das Schöne einen ganz anderen aktualisierten Aspekt in unserem Leben bekommen hat, als die Disziplin selbst es vorzugeben scheint. Streicheln Sie Ihre Maus und fühlen Sie das Schöne über Ihre Macht des Klicks! Oder bleiben Sie einfach in Balance! Paradox bleibt neben Schönem und dem damit verbundenen Preis die menschliche Relation. Wie das Wort schon sagt, beruht das Leben auf einer schier unendlich großen Preiselastizität der Nachfrage nach homogenisierten Gütern, wenn jene Güter sich auf unsere zwischenmenschliche Verständigung auswirken. Reden wir über Geld, reden wir eigentlich über den eigens dafür erstandenen Wert, mit dem wir uns unseren Mitmenschen besser verständlich machen können. Es scheint fast so, als würden wir uns unsere kommunikative Existenz mit subjektiven Irrtümern beweisen wollen. Wie es ausschaut, glauben wir uns, aber nur uns selbst! Setzt man Gleichgültigkeit – Ataraxie mit einer bedingungslosen Sympathie – Liebe Menschen gegenüber, haben wir genau jenes Spektrum, welches wir für die kommunikativen Errungenschaften der Entspiegelung von Menschen benötigen. Wir suchen die Spannung für unseren eigenen Weg der Begleitung, ohne sie wirklich weiterzugeben. Wir fühlen uns verbunden und sind trotzdem nur verpflichtet unseren Weg zu gehen; ob wir wollen oder nicht. Welche Dogmen wir hierfür einsetzen, bleibt den zwischenmenschlichen Synapsen autonom überlassen, beruhen jedoch meistens auf der persönlich bewusst ergründeten Genetik. So zufällig wie der Zufall selbst ist also nur das Leben ohne Entspiegelung! . . . © Dieter Telfser 2004 ... comment /% story.backlinks %> |
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