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Tuesday, 14. March 2006
Xee Zyklika! — Irrelevanzen der Neuzeit als sinnliche Träume. Über das Chaos und seine Bebilderung. Komplexität als Distanzgerüst und magisches Wertschöpfungsmodell im »Neumenschlichen«. Innovationsfieber gegen seine Replikate im Kreise und wieder zurück. — Science Friction Kissing Everymind!

© Dieter Telfser 2006 — Xee Zyklika! — Irrelevanzen der Neuzeit als sinnliche Träume. Über das Chaos und seine Bebilderung. Komplexität als Distanzgerüst und magisches Wertschöpfungsmodell im »Neumenschlichen«. Innovationsfieber gegen seine Replikate im Kreise und wieder zurück. — Science Friction Kissing Everymind! — Ich halte es für einen bemerkenswerten Irrtum zu glauben die dargebotene Vielfalt würde auch wirklich diversifizieren, nur weil die unterscheidende Wirkung auf Vorlieben und Abneigungen, heute präzisier eingeht, als in seiner bisherigen visuellen Geschichte. Vielmehr verfügt das immer unübersichtlicher werdende Potential über eine beträchtlich destruktive Kraft alle Unterschiede zu verwischen. Der Anspruch eine unverwechselbare Persönlichkeit mit seiner unverwechselbaren Geschichte zu verbinden, mündet in jener abarbeitbaren Gangart die ihr Begehren überflüssig macht. Das Abendteuer endet in seiner Ähnlichkeit.
»Xee« als Drittes und mentales Auge, stammt aus der tibetischen Geisteslehre und mündet gut und gerne in Softwaretiteln. Der Anspruch an Bewegkraft heutiger Programme, und seien es nur die Lehren, um ihre Verwendung in ihrem unendlich verwertbaren Nutzen, bekommen ihre Bilder aus vielen Geistesrichtungen. Das mag am Wort selbst liegen, zumal es in seiner Vieldeutigkeit und vor allem in Kombination beliebige Interpretationswege zulässt, aber sich auch selbst in seiner Ergründung sucht. Es geht mir vor allem um das Aufzeigen einer Abflachung von Zyklen selbst. Es ist ja nichts Neues, dass das ewig Gleiche seine neuen Kleider sucht, um seine Spannung erneut darzubieten.

Es ist keine Frage von Fachkompetenz, wie viel Routine die eigene Ordnung zu Gewohnheit führt, als vielmehr eine lebenserhaltende Lust am Prinzip selbst. Vielfach atmet in heutigen Anordnungen, ja vielmehr Prototypen, eine Art Unverrückbarkeit, die mit erhobener Schere die Richtung vorgibt. Das aktive Wohnen im eigenen Dasein verstärkt verschiedene Formen von menschlichen Empfindungen und formt neue Charakter im gut behüteten Drinnen. — »Wo leben Sie?« ist deshalb eine berechtigte Frage, weil sich deren Bemessung kaum erneuerbaren Zyklen stellt. Nein, vielmehr geht es um das Maß an Kontrolle in seinen vielfältigen Zwängen an gut verständlichen Symbolen.

Wenn das uns verbindende kulturelle und visuelle Erbe in kanonisierten Texten aufbewahrt wird, könnte es erst recht in seiner jeweiligen Auslegung einen breiten Spielraum von Variationen zeigen. Offensichtlich fehlt seit geraumer Zeit ein großes Stück an Muse, an Bildern, an Liebe zum Detail, zumal »Tun« und »Ritus« nur mehr abrufbare Gedächtnisstücke aus überbrachten Gefühlen darstellen. Das Thema Kunst verrichtet seine Dinge ja in mindest gleich gezählten Kapseln wie seine dazu präzise studierten Zielgruppen. Das »kulturelle Gedächntis« macht müde, weil es viele Stücke an anscheinend unüberwindbarer Geschichte träge macht. Für mich ist es ein Fakt für den human degenerierenden Zyklus, der seine Impulse mit einem Spagat in die Sience Ficition Welt zu überbrücken versucht.

Wenn Erinnerungen, die ja eine direkte Verbindung zum menschlichen Zellgewebe haben, reduziert auf ihre Archetypen, einfach nur ständig neu bekleidet werden, bleibt die Interpretation in seiner Ab- oder Anlehnung sich selbst wundernd übrig. Es scheint, als gäbe es wenig direkten seelischen Bezug zu den uns umgebenden visuellen Ergüssen, zumal sie auf der Summe der Wiederholungen selbst basieren. Haben wir da was an der Geschichte verdreht?Haben Faschismus und autistische Kriegsmodelle das kindliche in uns so zurecht gestutzt, dass wir es nicht mehr wagen, die Flächen an Phasen in all ihren Facetten wirklich anders zu formen? — »Neu« als Schlagwort für seine »mutige« Markteinführung?

Die Überlastung an Innovationen ergibt für den heutigen Beschauer wohl nur mehr jenen Kontinuitäts- und Kompensationsbedarf, der eine strukturelle Welt von mündigen Konsumenten bedient. Es gibt zwar die eigensinnigen Gesetze der Wirtschaft, die demokratisch gewählte politische Modelle abstrahieren, jedoch bleibt die Moderne ein sich daraus zitierendes Tröstungsbedürfnis. Es fehlt nicht an Luft, sondern wohl an Puste, die daraus entstehenden »Vereehrungsdeponien« in ein neuzeitliches Gedächtnis zu verwerten. Das führt wohl zwangsläufig in den Versuch einer betagten zeitlichen Ordnung, ständig jenes Fieber entgegenzusetzen, welches wir als die Spannung an der Wiederholung selbst empfinden.

Das revolutionäre an solchen »Pathen« liegt den »Innovatoren« meist selbst fern, zumal Zukunftsprojekte das aus dem Weg räumen von »Stein um Stein« verstehen. Man empfindet eine Enttoxifizierung von geschichtlichen Giften als einen körperlichen Schlüssel für neue geistige und erkräftigende Metaebenen, in denen solche Zitate keinen Platz mehr finden. Die Erlösungsmodelle sind viele und reichen von Lebenshaltung bis –führung jenen die Hand, denen ihr eigenes Stück an Persönlichkeit dafür fehlen könnte. So als wären sie eben »Alleine« in jenem unüberwindbaren »Ego«, welches sich als solches nur öffnen müsste. Heutiger »Ichismus« basiert auf überstrapazierter »Wirpflege« — als Azyklus seinen Zyklus überwindend.

Das Uniforme am Unikat garantiert seine Selbstwahrnehmung. Alles andere wäre wohl der Verlust seines eigenen Gesichts in einer Öffentlichkeit die »Totalität« mit der dazugehörenden »Moral« selbst in den Schatten stellt. Der Versuch einer Entindividualisierung erlebt seinen Aufschwung in einem neuen Ganzen, wo sich das Individuelle, überdrüssig seiner selbst, der politischen Wehrlosigkeit ergibt. Somit kann erneut alles mit allem solange verglichen werden, bis sich existentielle Theorien erneut als Phänomene über das Chaos seiner Abgründe hinwegsetzen. Die Zutaten schlagen die Brücke zwischen Mut und Optimismus und garantieren ihre gesetzte Symbolwelt. So zeigt die Natur recht präzise, mit wie viel weniger an Zutaten »Pures«, viel weniger an Anstrengung bedarf.

Ich halte es für einen bemerkenswerten Irrtum, zu glauben, die dargebotene Vielfalt würde auch wirklich diversifizieren, nur weil die unterscheidende Wirkung auf Vorlieben und Abneigungen heute präzisier eingeht, als in seiner bisherigen visuellen Geschichte. Vielmehr verfügt das immer unübersichtlicher werdende Potential über eine beträchtlich destruktive Kraft, alle Unterschiede zu verwischen. Der Anspruch eine unverwechselbare Persönlichkeit mit seiner unverwechselbaren Geschichte zu verbinden, mündet in jener abarbeitbaren Gangart, die ihr Begehren überflüssig macht. — Das Abendteuer endet in seiner Ähnlichkeit.

Perfektion als garantierte Wiederholbarkeit?
Kreativität als uniforme Selbstwahrnehmung?
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© Dieter Telfser 2006

Anscheinend machen gerade Wiederholungen die Beobachtung von Zyklen so attraktiv. Sollten wir tatsächlich aus der Geschichte, bzw. Fehlern der Vergangenheit und auch aus den Erfolgsrezepten der früheren Versuche lernen können? — Eine Vernetzung von Zyklen gibt Aufschluss darüber, ob Vertrauen und Zuversicht tatsächlich in ein Denk- und nicht nur Marktrepertoire aufgenommen werden könnten. Aufschwung, Höhepunkt, Abschwung und Tiefpunkt unterliegen aber nicht nur künstlichen Wartungssystematiken. — Zyklen bleiben eine der wichtigsten Naturstudienmodelle, welche die Spezies selbst durch ihre Herkunft nutzen könnte.

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