Reteid Resflet*12 Open Sources 1.9
© 1994 Toni Seppi —  © Dieter Telfser 2005 — Maske: Martin Geisler. — Wenn ich an die Zukunft denke, träume ich ständig von florealen Erwartungshaltungen und vorwiegend Situationen, die längst passieren könnten. Mein Herz und die damit verbundenen visuellen Gedanken gehen manchmal deshalb mit mir durch, weil ich mich ungerne in meinen Träumen ablenken lasse. Dies mag zwar egoistisch klingen, aber sogar wenn ich verliebt bin, sehe ich hinter dem Menschen, dessen Anziehung ich für mich empfinde, meistens jene Träume, in welche ich um Einlass bitte. Wie schön wäre es doch, wenn der Open Source-Gedanke auch endlich im Zwischenmenschlichen durchbrechen würde. Dann könnten wir direkt in unsere Gegenüber schauen und bräuchten kaum mehr Dialektik dazwischen, die ich meistens als sehr hinderlich empfinde. Überhaupt reden wir zu viel und denken zu viel dabei an die Formulierung des geglaubten Gefühls. Aber Dualismus war nie mein Ding, obgleich viele Zugänge tatsächlich genau über jene Techniken erlernbar sind: gut/böse, positiv/negativ, schwarz/weiß, stark/schwach, klein/groß, dünn/dick sind Findungsmethoden, liefern aber keinen wirklichen Beitrag für uns Menschen selbst. Die Wertung ist deshalb nicht notwendig, weil es jene bereits über Generationen vermittelt gibt. Wisch und Weg wird auch daran nichts rütteln können.

Gezeugt auf der Mastauner Alm, 1968
Weil es regnete...
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© Josef Telfser 2011

Lesetipps: »Alles von mir gelernt« — Peter Bichsel — Suhrkamp Verlag — ISBN 978-3-518-41099-8 — Peter Bichsel erzählt, erinnert sich, denkt nach, sagt seine Meinung, träumt und lächelt, und alles, was ihm begegnet, wird zu einer Geschichte, die mal im Bergdorf Barbiana spielt, mal in einem Restaurant in Norddeutschland, oft in einer Beiz in Solothurn oder, weit weniger oft, im fernen Amerika. Und er erzählt von seinen Leuten, von Schampi Gerwig, dem jüngst verstorbenen Änneli, von Beaujolais, dem alten Boxer, oder von Martina Hingis, einer Heldin unserer Zeit.

Alles von mir gelernt sind: die schönsten und treffendsten, die witzigsten und traurigsten Kolumnen, die Peter Bichsel von Januar 1995 bis Dezember 1999 geschrieben hat als einer, der sich und andere beobachtet und kommentiert. Wichtiges wie scheinbar Marginales notiert und, wenn nötig, sich einmischt. In diesen Kolumnen, die nicht mehr und nicht weniger sind als kleine Erzählungen, wird unser Alltag lebendig und farbig. Mit Staunen nehmen wir wahr, daß es Peter Bichsel immer wieder gelingt, aus kleinen Begebenheiten funkelnde Stücke Prosa zu zaubern – in denen alles »zur Wahrheit« wird, sofern »man es erzählen kann«. Und in denen anklingt, was schon vor vielen Jahren der berühmte Clown Grock in seiner Autobiographie zu sagen wußte, die da hieß: Ich lebe gerne!

»Nichts ist erledigt« — Klaus StaeckSteidl Verlag — ISBN 978-3865210968 — Zu den Leitmotiven Klaus Staecks gehört sein nicht zu bändiges Streben nach Aufklärung. Eine scharfe und unablässige Wachsamkeit im Ausbeuten der großen und kleinen Wechselfälle des Lebens treibt ihn. Es geht generell um das Böse und die Bösen und die tiefe Überzeugung, einer Gesellschaft, die besser, schlechter oder gar nicht Verdienende nur noch nach den Möglichkeiten ihres Konsumverhaltens unterscheidet, Freiheit und Würde entgegenzusetzen. Aufklärung, soweit gut. Aber wer klärt uns auf über die Aufklärer? Die theoretischen Grundlagen der Aufklärung sind nicht seine Sache. Klaus Staeck ist ein praktischer Mensch und Anwalt der kleinen Leute. In ihrem Interesse observiert, spioniert er und betreibt Gegenpropaganda. Die wichtigen Leute unserer Republik, die er so heftig angreift, mögen ihn natürlich nicht. Aber auch die linken Theoretiker in ihrem ganzen Ernst sind nicht gerade seine Freunde. Sie beschimpfen ihn als Oberlehrer, Dauerquerulanten und Handlanger der Bourgeoisie. Das Sprichwort »Viel Feind, viel Ehr« scheint auf Klaus Staeck gemünzt. — [Harald Falckenberg aus Klaus Staeck. Von Bitterfeld nach Heidelberg. Ein Stück Deutschland.]

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© Andreas Marini 1997 — © Dieter Telfser 2004_09 — Maske: Martin Geisler - Typische Haltung in Diskotheken. Es reichte ein bisschen Bass und die richtige Stimmung, um mich fliegen zu lassen. Immer wieder vermuteten Menschen Substanzen und Drogen dahinter. In Wirklichkeit war es Fortum&Mason Earl Grey mit extra viel Bergamot. Und natürlich strengste Disziplin. — <b><a href="http://telfser.com/stories/6336/">Vieles davon wäre heute öffentlich nicht mehr möglich.</a></b> Ich denke, man würde wegen öffentlichen Erregnisses binnen einer Stunde verhaftet.
© Dieter Telfser 2005 Wieso hat man ständig das Gefühl Sie wollen uns Ihre wahre Geschichte bzw. Herkunft über verblümte Ausreden verheimlichen?

© Dieter Telfser 2005 Weil sie sich die Mühe der Recherche über die Komplexität meiner Persönlichkeit abschminken können.Sogar Menschen die mich in meinem intimen Lebensphasen begleitet haben, wissen letztendlich gar nichts außer eben ihr für diesen Zeitraum gefasstes Selbstbild. So etwas ist mir viel zu wenig kritisch, als dass ich davon lernen könnte, bzw. auch Freude an der sog. Wahrheit haben könnte. Bedenken Sie, dass ich nicht ohne Grund ein sehr gefinkeltes persönliches System der Verständigung für mich aufgebaut habe, um genau jenem Gemüse auszustellen, welches unnötige Zeit und vor allem genau jene Ausreden kostet, die Sie hinter meinen Worten vermuten werden.

Frei ist das, was man selbst noch! nicht
im Stande ist, sich dazu vorzustellen.


Erfolg ist das, was andere damit
für ihren Zweck gegen messen.


Insofern, also kaum relevant.
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© Dieter Telfser 2009

Die Konstruktion eines todsicheren psychischen Systems verleiht dem »Ich« die Stärke einer computergesteuerten Ratte, welche zum unbesiegbaren Wächter des Seelenlebens wird — doch um den Preis von dessen inneren Tod. Ein lebendiger Kontakt mit anderen »muss« vermieden werden, da erst durch das System von Verleugnungen und Zurückweisungen versinnbildlicht werden kann, dass jeder andere den Tod bringen könnte, aber niemals man selbst. Das Dilemma: jede noch so normale Situation wird durch ihre »Andersartigkeit« als gefährlich, wenn nicht gar bedrohlich eingestuft. So bleibt vieles in gut behüteten dystopischen Fiktionen wohl eine unentflammte Vision von Warnsignalen über die Entwicklungen des gesellschaftlichen Gegenwarts- aber auch Zukunftsbildes.

Zeit ist gemessene Erfahrung! — Erfassbar z.B. in den Ausschlägen eines Pendels, den Umläufen der Jupitermonde oder der Länge einer Reise. Auch Empfinden und Denken kostet Zeit. Das ist an der Gehirntätigkeit z.B. über ein Elektroenzephalogramm messbar. Physiologen finden, dass der Mensch eine Art Zeitquant besitzt, eine Zeiteinheit von etwa einer Zehntel Sekunde. Der durchschnittliche Mensch hat somit einen Zeitvorrat von 40 Milliarden menschlichen Zeitquanten, also 40 Milliarden Erlebnisse, bzw. Wahrnehmungen.

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Smart Junctions! — Ein überfälliges privates Statement zum Thema Freunde und meine Unfähigkeit, jene zu erkennen. Amici esplicitamente non graditi. Handheld versus Entfaszination einer möglicherweise schillernden Persönlichkeit. — May any Exception be with you!
© Dieter Telfser 2006 — Smart Junctions! — Ein überfälliges privates Statement zum Thema Freunde und meine Unfähigkeit, jene zu erkennen. Amici esplicitamente non graditi. Handheld versus Entfaszination einer möglicherweise schillernden Persönlichkeit. — May any Exception be with you!
Ich mag Menschen! — Dummerweise sind Menschen aber keine zu pflegenden Pflanzen, sondern recht profund agierendes Zellgewebe. In diesem Sinne möchte ich ein recht privates Statement hierzu abgeben, zumal mir jene Kommunikation manchmal selbst ein Rätsel ist und bleibt.Vor allem im ach so anderen Wien scheint ein schriftliches Regelwerk hierzu, auf Grund der allgegenwärtigen East-Elasticity, hilfreich. Die an und für sich gut geglaubte Abschottungstechnik reicht nicht aus, um mich vor meiner eigenen recht naiven Selbstschutztechnik zu bewahren:


1. — Ich bin eine Oberzicke!

Die Art und Form meiner Darbietungen, Wortwahlen und Hirnverdrehungen entspringt selten einem 50:50 Dialog, sondern, wie ich zum vielten Male feststelle, einer überdrehten Form von nicht kanalisierbaren Botschaften, die den Gesprächspartner irritieren, aber auch faszinieren können. Das liegt nicht an der Stimme bzw. an der Körperquelle, von der aus ich spreche, sondern an einem Zustand, der mit Freude an der Begegnung eine klarer strukturierte Gesprächskultur für vollkommen überflüssig hält.


2. — Ich hasse es zu Faszinieren bzw. zu Beeindrucken!

Tue es bewusst oder unbewusst wohl trotzdem. — Meine Bauernherkunft wirkt mit Hochdeutsch zwar wie aus Frankfurt, das Temperament bleibt jedoch Schnalserisch. Ob ich nackt oder in gewählten Beinkleidern authentisch wirke, war nie studierte Absicht sondern »Freiheitskultur«, und die ist mittlerweile ganz bewusst reduziert auf Fotostudios, da ich nur teilweise die Kraft und Zeit finde, mich mit meiner Umwelt auch nachhaltig auseinanderzusetzen. Ich habe allerdings selten Nachsicht für Menschen, die sich durch meine Präsenz vor den Kopf gestoßen fühlen mögen bzw. gleich rosa anlaufen.


3. — Ich bin kein Psychiater!

Meine Lebenserfahrung basiert auf der Erziehung durch Tiere. Daher habe ich kein Verständnis für Menschen, die glauben, meine Beobachtungsgabe könnte für Ihre persönliche Identitätsentwicklung zur Entspiegelung genutzt werden. Ich bin auch kein Hellseher noch Genie, noch besonders talentiert. Meine Arbeit sehe ich als das liebevolle Arrangieren von Blumen. Punkt. — Ob das Detail oder Glosse ist, will ich nicht mal wissen und sehe das auch nicht mit einem Marktwert verbunden. Die Überzeugung lautet: Kiss the Future — Share the Universe!


4. — Ich bin sexuell nicht ortbar!

Ich behalte mir weder ein Outing vor noch sehe ich die genetisch verbundene Notwendigkeit zur gesellschaftsfähigen Reglementierung. Ob Sie Hetero-, Bi-, Trans-, oder Homosexuell zu mir sagen, ist mir im Grunde Käse. Ich würde mich zu jener Opposition bekennen, die keine Religion daraus macht. Verstutzt kann ich keinen Unterschied zwischen Gehemmten und Entzwirbelten Wesen im menschlichen Beitrag erkennen. — Körperöffnungen sind keine Glancekonzepte. — Never Fuck Alone!


5. — Meine Duftwolke ist gewünscht!

Ob und wie viel Körpergeruch auf welchen Duftböden Nasen nährt, ist rein egoistisch konzipiert, und hat nichts mit Hygiene zu tun. Die Botschaft ist recht einfach: Wahren Sie einen Körperabstand von mindestens eineinhalb Metern! Meine Kopfnoten basieren immer auf Holztönen. Pflege kommuniziere ich nicht über frische Bouqets oder lederigen Assets, sondern über die Ambivalenz von archetypisch gelernten Botenstoffen. Jene sind so gewählt, dass Penetranz ein Grundmuster in der Wahl der Qualität bleibt. Stefanotis auf Zeder ergeben mit Schweiß eben nichts anderes außer eine überparfümierte Zeiterscheinung. Ich trage öffentlich also keine Düfte, sondern versuche gezielt zu stinken!


6. — Es gibt keine großartigen Geheimnisse!

In Südtirol nennt man so jemanden wie mich ein »Urvieh«. Damit gibt man zum Ausdruck, dass jemand ein Original ist. Das erachte ich weder für bemerkens- noch auszeichnungswert. Es gibt eine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit, die mit simplen Überlebenstechniken zu tun hatte und vom Leben, also der Straße, gelernt ist. Dementsprechend funktioniert sie auch. Meine Lebensphasen waren immer medizinisch begleitet, zumal ich den zwischenmenschlichen Dialog hierfür als zu »ineffizent« und langsam erachtet habe. Ich werde mir Eingriffe und Techniken jedoch so lange vorbehalten, bis ich den Zeitpunkt für die Veröffentlichung für gesichert genug erachte.


7. — Ich liebe Blumen!

Das bedeutet: als schön empfinde ich, was eigen ist. — Die Eigenartigkeit von Menschen an sich lässt sich natürlich nicht verallgemeinernd richten, und trotzdem klingen viele meiner Aussagen effektvoll absolut. Das liegt einerseits an der z.T. treffenden Formulierung [wenn jene überhaupt ankommt] und andererseits am Faktum, dass es eben nichts Absolutes gibt, was nicht ständig neu oder unter anderen Blickwinkeln neu gefächert werden sollte. In diesem Sinne bleibt ein bunter Hund, der zu laut bellt, also keine politische Gefahr, sehr wohl aber eine präzisierte Positionsangabe. Entnervt verfolge ich also statistische Erhebungen, die belegen, was ich sei oder eben nicht sei.


8. — Mein Misstrauen ist begründet!

Unsicherheit ist die stärkste Form an Sicherheit, allerdings übe ich hie und da auch Naturinstinkt. Das hat den Grund, Sachlagen vielseitiger zu fächern, als sie sich vom ersten Anblick heraus besprechen ließen. Die Erfahrung mit Übergüte zeigt sehr deutlich, dass die Qualität an einem entsetzlich unverstandenen Niveau angelangt ist. Das Gedankenmuster, keine Opferrollen darstellen, die es zu beheben gilt, halte ich für wichtig zu bemerken. Der Begriff »devot« [devotus = Hingabe] kommt von »sich in einer Aufgabe aufgeben« und nicht von einer sexuellen Praktik. Es wäre also gut zu wissen, was Ihr persönlicher Nutzen und Vorteil unserer Bekanntschaft ist, bevor Sie sich ihr hingeben. Sonst werde ich sicher sehr bald danach fragen.


9. — I am Not going to Rock You!

Auch wenn es so ausschaut als könnte ich in meinem eigenen Film auch andere Filme spielen, gebe ich bekannt, keinerlei filmische Vorbildung und Wissen, noch besonderes Interesse am darstellenden Gewerbe zu haben. Ich brauche meine regenerativen Träume und die reichen mir als Sichtgut allemal.Schauspiel ist alltägliche Sequenzialisierung und keine Bühnendisziplin. Auch wenn das Leben die Bühne zu sein scheint, habe ich nicht das Gefühl, ich müsste jemand anderem die Entscheidung über die Lichtinklinationen überlassen. Man kann lachen, kann es sich notfalls aber auch speichern.


10. — Ich will Feuerwehrmann werden!

Brände legen und Brände löschen war an der Bauhaus Universität schon 1997 eine spannende Disziplin. Es war der anfängliche Stiftungscharakter, der jetzt über ein Fullhouse-Konzept seinem neuen Namen gerecht wird. Ich wünsche mir: auch in emotional wissenschaftlicher Hinsicht und nicht erdrückt vom großen schweren Namen. Wenn ich Dinge in anderen Menschen auslöse, erwarte ich mir deren Reflektion und nicht meinen Monolog als Denkgeschwader. Es ist einfacher zu glauben als zu überzeugen. — Trotz allem ist der Glaube wichtiger als die Überzeugung.


11. — Ich bin kompliziert!

Alles lässt sich über rethorische Federführung ins Nichts auflösen und trotzdem bleibt die Substanz einer Aussage eine über viele Kanäle haftbare Methodik. Wenn eine Zielgruppe nicht als solche belegt werden kann und verpulvert wird, was an Puffer einst Purée war, habe ich nicht das Gefühl, ich müsse einem Marktsegment gerecht werden. Die grafische Industrie hat sich wund gezeichnet, und das liegt wohl nicht alleine an den eigentlich vielfältigen Werkzeugen, die wir heute dazu benutzen können. Handwerk hat sich aber recht weit von seinen einst goldenen Venen entfernt, finde ich.


12. — Ein Bild ist kein Schnappschuss!

Handyfrei seit 2004 erwarte ich mir analoge Dokumente, damit sie als solche auch erhalten bleiben. Ich kann nach zweieinhalb Jahren vollkommen ohne Handy berichten, dass das Zeitmanagement wesentlich besser und vor allem effizienter abwickelbar ist. Die Reaktivierung fand nach 8-9 Monaten seine fruchtbare Umsetzung. Es gab Notsituationen und Ja, — die waren dann auch wirklich welche. Ich habe sogar in Jenen meine Entscheidung nicht bereut, sondern stifte ganz im Gegenteil immer noch gerne an, mehr Wireless zu denken, als die dazu passenden Geräte zu benutzen. Flexibel ist wirkliche Zeitverbindlichkeit allemal mehr als seine geschäftige Neurotik.

Sie müssen mich also nicht mögen,
um sich selbst zu mögen!
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© Dieter Telfser 2006 | dieters mood hood (application/zip, 8,192 KB)

Also wenn ich was sehe, dann merke ich mir das meistens. — Nicht weil ich das so interessant finde, sondern weil ich gar nicht anders kann. Ich lerne nicht von Wörtern oder Büchern, sondern meistens von mir zugetragenen visuellen als auch musikalischen Eindrücken.

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Major Changes Happening! — Inside Outside als improvisierte Erbübergabe von Generation zu Protein. Über die kulturelle Deutung von medialen Darstellungsformen als Vergangenheitsentlastung. Ornamente als Orte der »höheren« Wesensbildung. — Landström auf Stadtsprung.
© Dieter Telfser 2006 — Major Changes Happening! — Inside Outside als improvisierte Erbübergabe von Generation zu Protein. Über die kulturelle Deutung von medialen Darstellungsformen als Vergangenheitsentlastung. Ornamente als Orte der »höheren« Wesensbildung. — Landström auf Stadtsprung.
Philosphie als symbolische Formensprache birgt die Chance, Medien in ihrer Ordnung auf einen sozialen Nenner zu übertragen. Die Gemeinsamkeiten, aber auch Brüderlichkeiten, dienen einer möglichen Wirklichkeit in ihrem Konstrukt genauso wie deren Interpretativität selbst. Die Vorstellung des skizzierten und sich ständig mutierenden Spektrums in seinen Penetrationsmöglichkeiten nimmt Bezug auf jene Bilder, die Orte und reale Städte gerne verfremden lassen. Hinter den gezeigten Informationen verbirgt sich das Potential an Einzelbildern, welche durch die gegebene Grenzenlosigkeit ein fast »religiöses« Raumempfinden mystifizieren.

Die Orte für die Aufbewahrung und Weitergabe von Wissen sind deshalb von außerordentlicher Wichtigkeit, da die Perspektiven und fundamentale Repräsentation fest verankert werden sollen. Somit sind die von ihren Carbonaten erlösten Transparenzen ein fast schwereloses Konzept der Seele etwas Paratechnisches zu vermitteln. Die naturwissenschaftliche Utopie mit seiner gut durchbluteten Gehirnfunktion als Speichermedium zum Denken zu animieren, bleibt eine der konzentriertesten Wunschsymbiosen des Menschen in seiner Ablenkung vom Denken selbst. Die Faszination, eine möglicherweise nützliche Dimension zu gestalten, vergisst dahinter seine dualistischen Konzepte: Waren es einst noch Körper und Geist, Hirn und Herz, so sind das heute Stabilität und Realität.

Die Visualisierung der sich alternierenden Konstruktionen legen das Augenmerk vorwiegend auf die Einprägungskraft der Inhalte, die dann in einer Art Konserve neue Sichtbarkeiten zumindest als Depot aufzeigen sollten. Die extrem unterschiedlichen Rezeptionsweisen von Mythen, Bildern und Kulturen machen schnell klar, dass die formalen Aneignungen den entscheidenden Inhalten nicht folgen. Zwischen Fiktion und fixierter Geschichte in ihrer gelebten Zeit- und Erfahrungskomponente kommen bestenfalls defragmentierte Splitter zu Tage. Das Unterscheiden von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist heute also eine visuelle und ständig neu zu stiftende Illusion. Auch wenn Individualität als Errungenschaft und Bildungstechnik die beste Trennung von persönlichem Ort und sozialem Erfahrungsterrain bilden sollte, bleibt dies sein sich selbst soziologisch immer weniger reflektierender Zyklus.

Der Index für Authentizität braucht seine leicht merk- und lernbaren Spuren für den gesunden Alterungsprozeß. Ob als Ikon oder als ihm ähnlichen Film unterliegen alle Eckpunkte einem optischen, also bildhaften Kriterum als Referenzobjekt im Produktionsablauf. Die Fotografie gab ja beispielhaft vor, Gemälde und Skulptur in einer toten Maske zu mystifizieren. Jeder auch noch so experimentelle Abdruck bedeutet in seiner Hinwendung aber nur die Radikalisierung eines Paradigmas, das sich selbst auf die Spitze treibt. Was ein Filmstreifen immer noch nicht kann, verwischen die Spuren des Vergehens der Patina selbst. Aus vielen Gründen gilt indexikalischer Zeichengebrauch deshalb heute als genetisch primitiver Prozess.

Das enge Ineinander von Gedächtnis und Material sehe ich deshalb auch als einen Rückgriff auf physische, bildfremde Materialen, da diese dem Authentizitätsversprechen nicht gerecht werden müssen. Die Reaktion auf das Verschwinden einer Art sinnlicher Evidenz aus den politischen und gesellschaftlichen Erfahrungen bilden Produktionstechniken, die mich stark an die Pionierzeit von Fotografie und Film erinnern, aber die Bedeutung des Gedächtnisses schlechthin hervorstreichen. Die signifikante Relation von hybrid erzeugten Bildern und die damit verbundene Sprache beziehen sich heute auf einen radikalen Typ Mensch, der in seiner Sprache und Form selbst Schiedsrichter spielen will. Die Motiviertheit bzw. die Natürlichkeit der Auffassungsgabe und das damit verbundene komplementäre Prinzip abstrahieren konventionelle Zeichen mit der Fähigkeit, soziale Gedanken verbinden zu können.

Das digitale Universum verspricht deshalb einen Ausweg, weil die Verdichtung von verbindlichen Signifikanzen eine Kontinuität andeutet. Diese Form an Kongruenz und technizistisch anmutenden Bildern gewährt einen Blick in die Struktur der Erschaffung von Netzen. Räumlich präsentiert sich das Ideal ja als Stimulanz für Vergangenheit und Zukunft zu gleichen Teilen. In sozialer Hinsicht streckt die Verheißung, ein anti-hierarchisches Prinzip in einem zugänglichen Medium zu nutzen, endlich eine Art basisdemokratische Hand entgegen. Das prinzipielle Misstrauen gegenüber sprachlicher Beliebigkeit liegt ja vorwiegend in seiner relevanten gesellschaftlichen Vermittlung- bzw. in der möglichen Verzerrung von gelebter und faktischer Geschichte.

Ob nun verlorenes Paradies oder die visuelle Neugier als Lust an seine im Zaum gehaltene Erinnerung, stellt einen erstaunlich subjektiven Blick auf Themen die mit der Lupe oder durch das Schlüsselloch ihren eigentlich charmanten Erziehungsspielraum völlig verloren haben. Die aktuellen Darstellungsformen von demaskierenden Zur-Schau-Stellungen kommen, für mein Empfinden, der Form einer Zypresse ziemlich nahe. Spezifische Erinnerungsqualitäten tragen aber sowohl reale Körper als auch photokinetische Prozesse. Mit dem Übergang der visuellen Zunft in ihr digitales Versprechen ändern wir nur die Bewegung des Verhältnisses zu seinen omnipotenten Löschvorgängen.

Vorsicht!
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© Dieter Telfser 2006

Das größte Problem bei der Anwendung von visuellen Eigenschaften als raumbezogene Identitätsformen bleibt wohl das Kriterium für die Festlegung entsprechender Verwaltungstechniken, die als Vermittler zwischen lokal-topischen und regional-chorischen Ebenen zu vermitteln verstehen. Eine Überleitung halte ich deshalb für wichtig, damit man Identität als wirklich vernetzendes Kriterium mit anderen für die noch zu erschaffenden Parameter vergleichen und dadurch vermitteln kann.

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A Dream in Green! — Girlpower as Broadculture. Wie große Mädchen kleinen auf die Sprünge helfen und gesattelte Frauen im Alltag daraus werden. Ein persönlicher Einblick in Tricks und Glossen, soweit die Schuhe reichen. Über den Lullaby Generationssprung zu deren Vätern, die davon sicher nichts wussten, wohl aber auch sehr viel nebenbei zu tun hatten. — Girls Always Just Want to Have Fun!
© Dieter Telfser 2006 — A Dream in Green! — Girlpower as Broadculture. Wie große Mädchen kleinen auf die Sprünge helfen und gesattelte Frauen im Alltag daraus werden. Ein persönlicher Einblick in Tricks und Glossen, soweit die Schuhe reichen. Über den Lullaby Generationssprung zu deren Vätern, die davon sicher nichts wussten, wohl aber auch sehr viel nebenbei zu tun hatten. — Girls Always Just Want to Have Fun! — Noch nie habe ich so viele stille Beobachter auf der Suche nach ihrem eigenen »Girl« or »Boy« gesehen wie seit der Objektivierung der Bilder selbst. Aber, nicht die Objekte des Bildes, sondern die Subjekte des Blickes machen Girls erst zu Girls. Somit bleibt meine Verwunderung auch jener gegenüber zu stellen, deren Gesellschaft solche Bilder will und kauft, bzw. immer mehr danach zu funktionieren scheint. — Wir sollten den Versuch doch abbrechen!
Es wäre gut, Samthandschuhe zu tragen, nur leider hab ich die heute irgendwie verlegt. Irgendwo zwischen Trübies und Glitzersteinen verschwand das wichtigste Instrument eines Gentleman, den heute an und für sich niemand mehr braucht. Warum »Green Dreams« und »Girlpower« für mich so verwandt sind, liegt nicht am Ausschluss der Farbe Pink oder Nadelgrau, als vielmehr in einem verborgenen Erlösungskonzept, welches dumminant dahinter lauert. Ständig habe ich das Gefühl, Frauen, die sich als Mädchen wickeln, hätten immer noch zufrisierte Stirnhöhlen und sehen Style eben in direkter Verbindung zu einem männlichen Pendant, welchem sie sich mit eben neuen Instrumenten widmen. — Verzeihung: Widmen müssen!

Das Triple-Fun-Konzept [Fun, Fun, Fun] birgt wahre Schätze auch in seiner zwischenmmännlichen Beute. Es ist ansteckend, inmitten vollkommen aufgelöster und an und für sich frei wirkender weiblicher Geschöpfe musische Nahrung übergeschmissen zu bekommen. Es macht förmlich Spaß, und hey, Kritik bei Seite, wir lieben Mädchen, wir lieben sie alle, weil sie soooo suess sind, nicht? — Mann hat nie das Gefühl, als müsse er frechen Phantasien auf den Grund gehen, zumal doch gerade androgene Geschwindigkeit den Denkvorteil verschafft, bzw. erst wirklich bunt fächert. Die Kultur, die bereits in zweiter Generation bildet, dürfte wohl so um 1975 entstanden sein, und mündet für mich, nach wie vor in Klassiker, wie Cyndi Lauper, Madonna oder Paris Hilton, als für heutige Verhältnisse noch relativ erwachsenen Mädchen.

Dass Mädchen immer jünger werden, Frauen zu Mädchen und oder Mädchen zu Frauen bzw. das Spiegelbild direkt an Männer abgegeben werden musste, liegt wohl daran, dass die matten Gazetten sich mondäneren Farben wie Moos, Orange and some Cosmic widmeten und Glitter den glänzenden Aspekt von Feuchte auf den Lippen nahm. Vergleicht man die chemische Qualität von Grundierungen, die in den Achtziger Jahren noch durchwegs nicht aus der Weltraumforschung stammten, versteht man erst die Backen, die heute keine gezeichnete Betonung mehr vertragen dürfen. Schön ist, was Beute macht, schön bleibt, was dazu lacht, schön ist, was darüber überhaupt keinen Gedanken mehr verliert, sondern einfach nur mit Freude um sich sprüht und mit Witz und Charme sämtliche Zweifel mit überwältigender Mehrheit zum Lachen und Arbeiten bringt.

»Natürlich« und »Echt« ist das allemal, denn das Urknötchen von Girlpower stammt aus einer in die Zukunft gerichtete und umgezeichnete Kinderstube und wohl nachgetragener Dialektfähigkeit zur väterlichen Führungsseite. Was immer den Vätern ihre Töchter abstrahierte, es lag wohl in der Luft, dass Zeit und körperliche Un- oder Nahbarkeit als das mangelndste Gut in wirtschaftlichen Profilierungsneurosen und/oder gar Überlebensstrategien bildete. Somit ist es allemal schlauer als direkter, in seiner eigenen Welt das Weltbild so real zu zeichnen, bis es für das »Gegenstück« wieder zum Anfassen an »Gute Gedanken« erinnert. Gut bedeutet aber nur, der Komplexität von »Troubles« die Luft zu nehmen und alles auf Muttis einfachen Hausverstand niederzubrechen, bzw. einfach schlauer darüber zu »strahlen«.Things are easy, if you can see them easily!

Praktisch ist es kaum möglich, Girlsculture auf einen Punkt zu bringen, bzw. gar so zu umschreiben, dass es für alle verständlich ist. Einerseits wurden die Tricks der Maske enthoben und andererseits bleiben Mädchen so lange Frauen, bis sie zu suggestiven Mitteln greifen, um ihr natürliches Zentrum in Schwung zu halten. Suggestiv bedeutet in diesem Falle mehr als schön und liebenswert: es weckt den Schutzinstinkt sämtlicher Beschauer und wenn nicht, ist es ein leichtes, es per Augenschwung und Liedbetonung nachzuholen. Die Augenformen erinnern wieder an Kullerpfirsiche und die Mieze bleibt so lange im Sack, wie sie nicht das Samstagfieber erwischt hat und aus gesundheitlichen Gründen unbedingt zum Beben gebracht werden muss.

Sex wird damit tatsächlich zu einer wasserlöslichen Geborgenheitsplazenta und die meisten knabbern an ihrer und anderen Krusten, bis ein kulturelles Schälen dem persönlichen alsbald nachgewiesen werden kann. Die Dinge verändern sich eben, sie bekommen Bauch, sie bekommen Volumen, werden schlanker, bauchfreier, und wieder zurück und als Kreislauf dazwischen wohl ein natürliches Konzept von Verständnis für diejenigen, die das noch nicht begriffen bzw. verstanden haben. Das Wörtchen »Nett« zählt mindestens genauso gewichtig wie »Lieb« oder »Wunderhübsch« in die Kombinatorik von Mundwinkel und trainierter Wuschelpracht.

Umgekehrt finde ich es interessant, zu beobachten wie erwachsene Frauen Girlstyle zurück beanspruchen, bzw. einfach aus einer Mischpalette von Bildern das eigene Selbstbild jenem der Medien nachspiegeln. Es kommen Geschöpfe zu Tage, die sich zwischen »Feen« und »Engel« einfach nicht entscheiden können. Das Realbild bleibt deshalb gezeichnet und nachhaltig »zäh«, weil damit ein Gefühlsspektrum gekoppelt wird, welches zum Überleben scheinbar notwendig ist. — Schwierig also, das Leichte mit den eigentlich schwierigen Realanforderungen in Einklang zu bringen, zumal doch Lebensfreude als sein absolutes Must zum persönlichen Teint zu gehören scheint. Naivität wird sein effizientester Selbstschutz vor Kränkungen und Erniedrigungen, jedweder Hausfrauengesetze zum Trotz.

Erwachsen werden ihre Männer ja meistens dann, wenn die Infrastruktur dafür gebettet ist. — Adaptive Farben, chromatische Unterblendungen und das klein bisschen »Unberechenbare« münden wohl oder übel in einer zukünftigen Umgangsform, die ihre männlichen Partner erst plausibel finden müssen. Noch nie habe ich so viele stille Beobachter auf der Suche nach ihrem eigenen »Girl« or »Boy« gesehen wie seit der Objektivierung der Bilder selbst. Aber, nicht die Objekte des Bildes, sondern die Subjekte des Blickes machen Girls erst zu Girls. Somit bleibt meine Verwunderung auch jener gegenüber zu stellen, deren Gesellschaft solche Bilder will und kauft, bzw. immer mehr danach zu funktionieren scheint.

Wir sollten den Versuch doch abbrechen!
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© Dieter Telfser 2006 © Dieter Telfser 2005 A Dream in Green

Unmögliche Positionen: Weibliche Homosexualität als Zeichen der Unreife? — Der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, ist der erste Forscher, der eine Dynamik speziell der weiblichen Homosexualität entwickelt. In seinen »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie« [1905] postuliert Freud eine grundsätzliche psychische Anlage zur Bisexualität, die aller menschlichen Entwicklung zugrunde liegt. Er spricht von mehreren Abstufungen der Homosexualität, die er auch Inversion nennt. Das junge Mädchen macht irgendwann im Spiel mit Jungen die nach Freud traumatische Entdeckung des physischen Geschlechtsunterschieds; manche Mädchen ignorieren das unterstellte Gefühl der Unvollständigkeit und halten fest an der Konkurrenz mit Männern. Der allen Frauen eigene Penisneid, folgert Freud ganz im Stil seiner Zeit, führe stets zu Kompensationsversuchen. Weibliche Homosexualität sei ein Versuch, die narzisstische Kränkung über das körperliche Defizit durch eine männlich geprägte Objektwahl zu überwinden. Da eine Frau eine andere aber nie so befriedigen könne wie ein Mann, ist eine ausgeprägte weibliche Homosexualität für Freud ein Zeichen von Unreife.

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Pushed by Reality! — Sensibars als Selbsterfinder und deren offensichtlich zeitverschobenen Regeln. Oute Menschen, die sich ihre Bilder innen zeugen müssen, um sich Enlighted Bold zu halten. Vor- und Feintastereien als Lebenskonzept und deren Auswirkungen im persönlichen Entspiegelungsmodell. — Koinzidenzen als Tagesbüste!
© Dieter Telfser 2005 — Pushed by Reality! — Sensibars als Selbsterfinder und deren offensichtlich zeitverschobenen Regeln. Oute Menschen, die sich ihre Bilder innen zeugen müssen, um sich Enlighted Bold zu halten. Vor- und Feintastereien als Lebenskonzept und deren Auswirkungen im persönlichen Entspiegelungsmodell. — Koinzidenzen als Tagesbüste!
Urbane Kontrolle als Nachbarschaftsmodell hat den Vorteil, sich »just in time« das Beste aus beiden Welten zu holen. Der Bedarf an sozialer Entspiegelung als Paarungsmodell nimmt neue Formen der Kommunikation an, zumal sich der Begriff der Unverbindlichkeit im wahrsten Sinne drahtlos vollzieht. Wireless und fast telepatisch verbinden sich jene Rezeptoren, die dem fehlenden Stück an Bild jene Quante an Vorsprung geben sollen, die das Herz zum Kreislauf bringt. Vision als Tagesrock mutiert zum Farbgarant für das sekündlich wandelbare und gar neurotisch auslegbare Gedankengerüst. Fast wie ein lähmendes Nervengift streuen sich in sich Verliebte mit weniger in sich Verliebten in einem Kontext des friedlich dekorierbaren Zusammenlebens. — Es wird zur sozial richtbaren Religion, was eigentlich mit Status titelt. Trotz der eigentlich zunehmenden sozialen Verbote, werden Dreistigkeiten immer offenkundiger, weil sie in ihrer wortgewaltigen Einfachheit durchschaubarer, ja förmlich »vaporisierbar« werden und teilweise auch so wirken wollen.

Wäre sexuelle Kultur ein wirklicher identitätsstiftender Beitrag um sozial ins Eck gepolte weniger auf sich zu fixieren, hätte ich wahre Freude mit jenen Menschen, die sich gerne entspannter geben als ihre Muskeln, die sie dazu spielen lassen. Mein Gram basiert auf teilweise tiefsinniger Beobachtung und auch jenen nebenbei wahrgenommenen Frisuren, die sich eigentlich nicht visuell belegen lassen. Es ist vielmehr ein Gefühl, ein Geschmack, unverbindliche Worte in ihrer Sinnhaftigkeit jener Gewalt zu entziehen, die sich selbst als »noch zu öffnende Kanäle« zur Vervollständigung bezeichnen. To be »Out« steht heute für den Begriff, seine Richtung in all seiner unmissverständlichen Klarheit kommuniziert zu wissen. Ähnlich wie bei anderen Lobbies zitiert man jene Communities je nach kulturell nach außen hin belegbarer Nachbildbarkeit. Fast wie eine Prothese klinken sich jene Bilder dann ein, wenn sie auch nur kurz abhanden waren. Sich Aussagen von den Lippen abzulesen, bleibt anscheinend Gehörlosen vorbehalten, die jene Möglichkeit und Zeit zum Erlernen hatten.

»Gendering Around« als Freizeithype und neue Begrifflichkeit für genetische Qualen der anderen Dimension suchen ihren Markt in jener Verschiebung der Anerkennung von Bildtiefe und Hirnbreite, die sich schlicht »Mitte« nennt. Es scheint fast so, als bräuchte »asexuelle Kultur« erst ihren salonfähigen Markt ohne Zauberstäbe dahinter. Auch »Glitter« als fast verpöntes romantisierendes Streusalz lässt kaum noch Tränen fließen und dient somit als reduzierter Lippenreflektor, sollte mal Licht darauf fallen. Erst seit Lube den Lipgloss ersetzt hat, verschwand die gleitfähige Maske endgültig hinter den Webcams. Die neue »butche« Männlichkeit spiegelt sich somit in jenen Bären, die lieber essbar als genießbar sein sollen. — Die daraus gegossenen Körpersorten bilden einen Haupttrend im urbanen Straßendialekt.

Weniger Gehirn für mehr körperliches Gefühl im Sinne von »sich gehen lassen« steht einer neuen Sensibilität direkt gegenüber und polt Sprachtauglichkeit mit Körperflüssigkeit in eine gegorene Form von »Higher Mentality« – auch als Vorsprung durch Zwirbeln bekannt; — so, als könnten recht aktive Menschen weitläufigere Zusammenhänge erkennen, als jene, die lieber inne halten. Natürlich entsteht daraus keine Kultur als vielmehr Gazetten, die das bewegte Bild als Gegenbeweis sezieren würden. So kommt steroide Schönheit heute auch gar nicht mehr als phantasievolles und schöpfendes Gebilde an, sondern erstickt in seiner eigenen Übertragungstechnik. — Die Hauptbotschaft: Form follows technique as technique follows its forms!

Mit der Nachsicht, Randgruppen in eine Steppnaht zu fassen, bekommt der Medienanteil des Stadt-Land-Spiels eine wirklich nur mehr zu kleidende Funktion. Obwohl es ganz »natürliche« Menschen unter uns gibt, die das gut und gerne zelebrieren, machen mir genau jene bewusst »unscheinbar« wirkenden Erscheinungen Bange. Es sind meistens jene, die glauben, sich ihrer Komplexität und somit auch den Wellen an Ist-Kann Verbindlichkeit nicht stellen zu müssen, da sie ihre persönliche Kontrolle durch Leistung eben anders ummünzen, als jene, die sich ihrer Unsicherheit stellen dürfen. Es scheint fast ein Privileg, nicht festgelegte Haltungen auch als solche leben zu dürfen, da die zwischenmenschliche Logik restriktivere Verbindlichkeiten für das sexuelle »Ordnungssystem« zu benötigen scheint.

Get Regular!
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© Dieter Telfser 2005

Bringing sexual Stemmers to more floreal forms of communication. — Never Fuck Alone!

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Le Nouveau Paradox des Rues! — Wer sein Leben in den Griff bekommen will, muss es wohl wieder über die Gasse freisetzen. Unnahbarkeiten als kanalisierendes Glancemodell für mehr Reflexion in gesellschaftlichen Prismen. — Fertruwen Sie dem Markt. Es kuntrolliert Sie!
© Dieter Telfser 2005. — Le Nouveau Paradox des Rues! — Wer sein Leben in den Griff bekommen will, muss es wohl wieder über die Gasse freisetzen. Unnahbarkeiten als kanalisierendes Glancemodell für mehr Reflexion in gesellschaftlichen Prismen. — Fertruwen Sie dem Markt. Es kuntrolliert Sie!
Mehr als nur Humor gehört dazu, um innen Überschüssiges in lustvoller Form zu verstehen bzw. für sich selbst brauchbar und nützlich zu machen. Ob man dafür erlösende Techniken oder schlicht Einweg-Kommunikation verwendet, bleibt ein zu ertragendes Paradoxon. Mehr davon bietet ein kurzer Blick in jene Gassen die sich selbst in sich verschlungen sehen. Es sind die vielen nützlichen Irrwege, die man heute als »ineffizient« umschulen will und in ihrer wertvollen Abstraktion gar nicht mehr so gelten lässt, wie das mutierende Lichttechnik nun mal erfordern würde.

Das Thema Vertrauen haben wir aber nicht erst seit den Sechziger Jahren an den Markt abgegeben, sondern schon seit geraumer Zeit in taktiler Benutzung. Man trägt Vertrauen heute als Duft, pudert mit Humor und kleidet sich dazu in Mut. Die augenscheinliche Kombination zwingt zu jenem Dialog der missbilligenden Verständigung, dass man sich dazu fast mit Wappen schützen sollte. Ob schwer repräsentative Abgrenzung wirklich jene erwünschte Nähe bringt, bleibt als ebenso hinderliches Rätsel jenen Zellmatrixen übrig, mit denen wir glauben persönliche Ausstrahlung zu verwerten. So wissen wir mehr über das Wissen, als über dessen Aufbereitung des dahinter stehenden Zentrums, auch Platz genannt.

Wissenschaftliche Texte kommen so »smooth«, als wären sie in Pelz gebraten und dann als eigenes Plasma wieder zugeführt. So verkohlt wie die Rat- und Ideenlosigkeit von Platt- statt Knappformen hat Essen noch nie geschmeckt. Man reduziert chemisch genauso wie man glaubt dazu Blumen kredenzen zu müssen, um alles in ein harmonisches und eben unnahbares Bild zu rücken. Ein fast gigantomaner und vollkommener Anspruch als sublimer Wunsch verzerrt die gegenseitige Käuflichkeit dadurch.

Vergleicht man die geistig tragfähigen Systeme der Gegengewichtung von K&M, hat man als Beschauer fast den Eindruck als mündete der Gegendruck in eine polarisierende Weltmechanik. Die Straßen scheinen für alle so breit, als müsste man nur mehr auf ihnen fort- bzw. vorankommen. Aber wer will schon fahren, bzw. noch gehen? Die industrielle Revolution hält uns förmlich jene Elle der technischen Evolution zum Abbiegen vor die Nase. Schade dass heutiges Management, egal welcher Ebene vorwiegend seine persönliche Vision von einer Carte de Visite holt und weniger von der damit verbundenen Anstrengung Bilder zu erzeugen und sei es nur im wiederverwertenden Sinne.
© Dieter Telfser 2005. — Man zeigt wieder Mut. — Le Nouveau Paradox des Rues! — Wer sein Leben in den Griff bekommen will, muss es wohl wieder über die Gasse freisetzen. Unnahbarkeiten als kanalisierendes Glancemodell für mehr Reflexion in gesellschaftlichen Prismen. — Fertruwen Sie dem Markt. Es kuntrolliert Sie!
Die Angst vor der eigenen Obsession bzw. Ungewissheit der gewaltigen Kräfte dahinter, d.h. jener wirkenden Kräfte die den Menschen auch über Jahrhunderte noch ausmachen werden, bleibt jenen Zwängen vorbehalten, die wir uns zumindest zwischenmenschlich nachreichen. Düfte spielen ja seit geraumer Zeit deshalb eine so tragende Rolle, damit die persönliche Riechbarkeit eine Brücke verpasst bekommt, ähnlich wie das Zahnärzte ohne odontoblasten Nachbau und metallurg nachfixieren. Das funktioniert zwar mindestens genauso gut wie jede andere Protese, bleibt aber die größte Krücke in unserer Gesellschaft. Es wird ersetzt, was nicht kompatibel ist, es bleibt unausgewogen, was stören könnte, es wird umgemünzt, was nicht sofortigen Erfolg verspricht.

Wir quälen uns mit selbst auferlegten Erfolgsversprechungen die nie einem wirklichen Ziel, als vielmehr operationaler Kurzsichtigkeit dienten. Dies trotz enormer Anzahl an entspiegelten entlang gleitenden Sichtgläsern. Wenn ich bedenke was an sozialer Verspiegelung tatsächlich noch blank schillert, fällt mir ad hoc ja nur jene mediale Verklinkerung ein, die ähnlich wie in der Tierwelt nachdrücklicher markieren wollte. So treffen sich soziale Verstoße mit gemeinen Ungereimtheiten auf Parketten, die es in diesem Sinne ja eben nur im Funk und Kabel, aber wohl kaum aus wirtschaftlichen Interessen gegeben hat. Man bindet sich des Gegenstücks wegen um jene fehlenden Teile nutzen zu können, die man dafür selbst entwickelt glaubt. Sozialer Status bedeutet heute also nicht Genitaler Status, sondern einen »ES«-Überschrieb davon.

Das von praktischen Überprüfungsmechanismen überlieferte reaktive Hemmungskonzept, schürte also spätestens seit der technischen Evolution, eine Art Neubildung des bekannten Vertrauensmodells. Wir verbinden jene Synapsen dann mit Gefühlen, wenn uns das auch wirklich explizit so versprochen wurde. Alles andere bleibt eine obskure Form von Angst und Ungewissheit, die dorthin mündet, wo sie einzelne »Zielgruppenhechte« gezeichnet haben. Ich glaube denen, weil Sie sich das selbst bezahlt haben.

Die bepflasterte Gasse als Geruchbarkeit für das enge innere Treiben, dient nebst seiner fortbildenden und –brigenden Funktion, aber nur mehr jenen Kommerzialitäten dessen Auslagen wir auf ihre Echtheit bzw. Preis-/Leistung überprüfen. Wurde die richtige Farbe noch für das richtige Gefühl an sozialem Prestige mit Vertrauen bezahlt, wähnt man heute das die Möglichkeit einer kulturellen Ressource als Tugend und Disziplin an sich. So bleiben jene übrig, die diesem äußerst romantischen und freundlichen Bild nachhängen, und meinen Vertrauen in der Natur oder in gesellschaftlichen Modellen, Horden oder Parteien finden zu müssen.
© Dieter Telfser 2005. — Schrauben Sie sich weg! — Le Nouveau Paradox des Rues! — Wer sein Leben in den Griff bekommen will, muss es wohl wieder über die Gasse freisetzen. Unnahbarkeiten als kanalisierendes Glancemodell für mehr Reflexion in gesellschaftlichen Prismen. — Fertruwen Sie dem Markt. Es kuntrolliert Sie!
To know Everybody doesn’t
mean to know Everything.

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© Dieter Telfser 2005

»Wer seinen Horizont erweitert, verkleinert den Himmel.«
Klaus Kinski [18.10.1926 - 23.11.1991]

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